“Konmari” oder “kaun des weg”?

(für Nicht-Österreicher: “kaun des weg” heißt auf deutsch: “kann das weg” – passt aber nicht so gut zur Überschrift)

 

Marie Kondo ist in aller Munde (das ist die kleine Japanerin, die alles zusammen faltet), und wie es scheint, zumindest geistig, in jedem 2. Kleiderschrank zugegen. Jeder, der etwas auf sich hält, huldigt sie oder zerreißt sie in der Luft. Ein Hype… Ich hasse Hypes. Mein Glück, dass ich a) schon vor Monaten mein #Projekt50 startete (ausmisten, Ordnung schaffen, System reinbringen bis zum Fünfzigsten) und b) erst auf Marie Kondo (danke Kim) stieß und dann erst auf den Hype dazu. Ich hätte sie sonst nämlich ignoriert (aus Prinzip) und mir wäre dabei eine Menge entgangen. Zum Beispiel ein Kleiderschrank, in den ich mich verliebt habe.

Aber mal von Anfang an. Wie ja bekannt ist, habe ich mir als Ziel gesetzt, bis Ende diesen Jahres mein Leben, mein Haus und was sonst noch so anfällt, in Ordnung zu bringen. Einen völlig utopischen Höhenflug dazu kannst du hier nachlesen. Nun ja, die Euphorie hat nicht lang gehalten, aber das kenn ich ja mittlerweile von mir.

Als ich heuer nach vielen Jahren wieder das Bedürfnis hatte, die Rauhnächte aktiv zu zelebrieren, kam als roter Faden und durchgängiges Thema immer wieder: Ordnung, Reduzierung, eigener RAUM (so a la Dirty Dancing: Das ist MEIN Tanzbereich…). Gaaaanz zufällig fiel mir kurz vor Weihnachten noch ein Buch über #Bullet Journaling in die Hände, das ich im Weihnachtsurlaub verschlang und es kaum erwarten konnte, mein Bullet Journal zu beginnen. Nun, ich bin nicht ganz so konsequent wie empfohlen, aber hee!, wie haben Ende Jänner und ich führe es immer noch.

Aber darüber wollte ich grad gar nicht erzählen, also zurück zum Thema.

Die 3 Hauptpunkte

Kim war so nett mich mit den Büchern zu versorgen, Netflix mit einer passenden Serie. Kaum gelesen wollte ich sofort starten, kam aber irgendwie nicht dazu. So neue, frische und putzige Enkelkinder können einen ganz aus dem Konzept bringen. :-D

Für mich haben sich bei der Konmari-Methode 3 Dinge herauskristallisiert und die haben weder mit Wegwerfwahn, Putzorgien oder Hausfrauendasein a la 50er-Jahre zu tun.

  1. Behalte was dich glücklich macht
    Es geht NICHT darum, so viel wie möglich wegzuwerfen, sondern DAS zu behalten, was einem Freude bringt. Dass man dabei auf Dinge und Gegenstände stößt, die einen weder glücklich noch sonst etwas machen, ist unausweichlich. Dass man sich von Dingen, Menschen und Gegenständen tunlichst trennt, die einem nicht gut tun, ist eigentlich altbekannt. So, also dann weg damit.
  2. Ordne nach Kategorie
    Ich habe wie die meisten anderen auch, bisher nach Zimmer aufgeräumt. Klar, man nimmt sich vor, das Schlafzimmer zu entrümpeln, zu putzen und in Ordnung zu bringen. Danach ist man geschlaucht und hat auf den Rest des Hauses keine Lust mehr. Außerdem findet man, wenn man doch noch etwas motiviert ist, garantiert im nächsten Zimmer etwas, was doch ins Schlafzimmer gehört und der Spaß fängt von vorne an. Weil jetzt ist man ja im Bad und stellt die Sachen nur schnell ins Schlafzimmer, um es dann später…
    Marie Kondo geht nach Kategorien vor, und zwar genau in der Reihenfolge Kleidung, Bücher, Dokumente und Zettel, Kleinkram (Badutensilien, Geschirr, Nahrung, DVDs, etc) und Emotionales (Fotos, Erinnerungen). Die Reihenfolge ist wichtig, weil man sich kaum – neu konmari-fiziert – von hunderten Fotos trennen kann. Außerdem ist Kleidung als solches einfach zu klassifizieren, man weiß meist auch, wo man sie findet.
  3. Überblick währenddessen und danach
    Um sich einen Überblick zu verschaffen, muss alles auf einmal überschaubar sein – also wird jede Kategorie zusammengetragen, um sie dann zu sichten. Wenn ich fertig bin und alles an seinem Platz liegt (oder steht, Marie stellt am liebsten alles hin, dann sieht man es besser. Ja, auch T-Shirts), finde ich es jederzeit wieder, ohne vorher 20 andere Dinge wegräumen zu müssen, ehe ich rankomme.

Diese Methode lässt sich übrigens auf ALLES anwenden, ich habe zum Beispiel meinen Arbeits/Tagesablauf so umstrukturiert, dass ich Kategorie-Tage mache, also Montag und Dienstag wickeln, Mittwoch PC-Arbeiten usw. Ich tu mir wesentlich leichter, wenn ich mich nur auf eine Sache konzentrieren muss und mir nicht am PC schon überlege, was heute noch zu wickeln ist und vorm Wickler über den nächsten Blogartikel nachdenke.

Und DAS ist es auch, was mich daran fasziniert: zusammenfassen, überblicken, vereinfachen – TUN!

Ja klar klappt das nicht von heute auf morgen, es werden Rückschläge kommen, es wird Tage geben, wo gar nichts geht (oder ganze Wochen, so wie die vorige), aber selbst an solchen Tagen bleibe ich gelassen und bei mir.

Das zweite faszinierende ist, dass die Familie ohne Aufforderung einfach so mitzieht. ich habe mich am Wochenende ausschließlich um meinen Kram gekümmert. Lucy war die Erste, die interessiert wissen wollte, was ich da tue und wie sie das selber umsetzen könne.

Als aber dann auch Richi am Sonntag Morgen meinte, das könne man auch mit seinen Klamotten machen, war ich mehr als erstaunt. Meine größte Angst war nämlich, dass ich 80% des Hauses so umstrukturieren kann, die restlichen 20% (die nun mal nicht mir gehören) aber wüst bleiben. Aber offenbar ist das ansteckend.

Es macht auf jeden Fall Spaß – und noch mehr Spaß macht es, in den geordneten und übersichtlichen Kleiderschrank zu gucken. Mehr hab ich noch nicht, die Kategorie Bücher ist die nächste, aber erst mal muss ich morgen das entsorgen und wegbringen, was ich am Wochenende ausgemistet habe. Dinge, die keinen von uns mehr glücklich machen. Und die keiner braucht.

Ich bleib dran – und wenn es dich interessiert, berichte ich gerne weiter. Ich bin nämlich tierisch stolz auf mich – und sowas teile ich gerne. <3

 

PS: mit der gleichen Methode hab ich mich auch von ca 70 Facebookgruppen und 200 “Freunden” getrennt – nichts davon hat mich glücklich gemacht.

Bettina

Wollverkauf |Energetikerin | Autorin | Mama | Ehefrau | stricken, lesen, bloggen, Reisen mit dem Womo

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